Camillo Pötzsch - Scout - Autor  + Tourenführung

So weit die Füße tragen, lebe ich ...

Gipfel Pfade - Feltriner Dolomiten - Alpen

Beschreibungen - Bergtouren und Pfade zu Gipfeln


Sass de Mura - 2547 m

Höchster Gipfel der Feltriner Dolomiten. Der Sass de Mura wird von einem ringförmigen Bandsystem umschlungen und von einiger Entfernung betrachtet sieht es nach einem Felskastell aus. Das Panorama vom Gipfel ist großartig, wenn die oftmals im Hochsommer intensive Bewölkungen ausblieben. Der Normalanstieg auf den Sass de Mura startet am Rifugio Bruno Boz und führt zur Westschulter und danach über den Südgrat zum Gipfel. Schwierigkeit teilweise 1+ bis Abschnittsweise 2+. Hübsche Kletterei, 3 Stunden zum Gipfel, dabei an den anspruchsvolleren Stellen ein fester Fels, brüchiger an den Gehstellen.

Vom Rifugio Boz direkt nördlich neben einer Schlucht bis Höhe 1772 m aufsteigen. Nun links haltend mäßiger steil bis zur Höhe 1824 m. Hier verlassen wir den bezeichneten Pfad CAI 748 und wenden uns in nördlicher Richtung der Forcella Neva zu. Unterwegs kommen wir am Sorgente Neva Wasserfall vorbei, auch die letzte sichere Trinkwasser Stelle. Nun über das breite Geröllband Banca Soliva nach rechts empor zur Westschulter des Sass de Mura auf 2403 m. Herrliches, wildes Panorama. Auf breitem Geröllband in die Südwand des Mura und etwas bergab in die dunkle schaurige Südschlucht. Mit leichter Kletterei wird die überwunden und Ihr steigt auf ein weiteres Band empor, welches zum bereits langem sichtbaren Felsenfenster führt, die Forcella Finestra, 2358 m. Nach der herrlichen Aussicht wieder retour auf die Westschulter. Jetzt in die Westseite auf ein breites Band zu zwei Kaminen. Direkt nach den zweiten über eine Felswand rechts empor Klettern zu einem weiteren Band. Kurz rechts entlang und durch einen Kamin hoch steigen auf die Grathöhe. Weiter an der östlichen Seite des Grates empor bis zum flacheren Gipfelgrat und über diesen mit Wandern zum Südwest Gipfel des Sass de Mura, 2522 m.

Der Hauptgipfel wird über den Südwest Grat erreicht. Zuerst hinunter zur Scharte vor dem ersten Turm. Danach auf ein Band nordseitig zu einer Unterbrechungsstelle. Mit Klettern um eine Kante nach rechts und über eine Wand kurz abwärts und über leichte Felsen empor zu der Scharte zwischen den beiden Türmen. Weiter auf einem Band zum Gipfelaufbau und über den Gipfelgrat hoch zum Hauptgipfel des Sass de Mura auf 2547 m mit seinem Gipfelkreuz.

Ein Tipp von mir: die Route ist von oben betrachtet – Abstieg wie Aufstieg – etwas schwieriger zu erkennen. Ich habe beim Aufstieg immer mehrere dunkelorange Papierblätter – 180 Gramm - dabei, mit denen ich gut sichtbar beim Aufstieg von nicht farblich markierten Routen Markierungen damit anlege. So sehe ich sofort im Abstieg, wohin man hinunter steigen muss und erspare mir so manche Unsicherheit. Gilt besonders, wenn Ihr alleine solchen Touren unternimmt.



Piz di Sagron - 2486 m

Zweit höchster Berg in den Feltriner Alpen und eine herrliche Aussichtswarte. Ab dem Bivacco Feltre in 1:30 Stunden und relativ leichte Kletterei. Die Route ist mit Steinmännchen und wenig roter Farbe markiert. Zuerst ab dem Bivacco in nördlicher Richtung das Pian della Regina über Wiesen und Schrofen bis zum Ostrücken empor. Über den Bergrücken nach links hinauf in eine Scharte und von dort weiter hoch zur Spitze des Geröll Kegel direkt bei der Südostwand – deutlicher Steinmann. In leichter Kletterei 50 Meter hoch, dann über Schrofen zu einem deutlichen Band, welches nach rechts zur Ostkante führt. Um die Kante herum und in die Nordseite des Berges aufsteigen zu einem weiteren Band. Diesem Band nach rechts folgen durch eine Schlucht und am Ende des Bandes durch einen Kamin und griffigen Felsen zum Gipfel empor. Farbige Blätter für den Abstieg auslegen.

Piz de Mez - 2440 m

Dieser Gipfel kann in Verbindung mit dem Piz di Sagron zu einem langen Tourentag führen. In den Bergsattel zwischen Piz de Mez und dem Sagron aufsteigen. Vom Sattel an den Fuß der Nordkante des Mez und noch etwa 50 m über Geröll links haltend in eine nach rechts geneigte Rinne. Diese empor zu einem breiten Band. Nun links queren, eine Felsrampe schräg nach rechts empor und über leichte Felsen zum Gipfel. Eine Stunde im Aufstieg ab dem Sattel.

Monte Pizzocco - 2186 m

Wildes, mächtiges Felshorn fast 2000 Hm. über dem Piavetal. Der Anstieg erfolgt ab dem Bivacco Palia über den steilen, schroffen Südost Grat. Von der Palia Biwak Hütte westlich bergan zum Südrücken des Pizzocco. Nun weglos nach rechts aufwärts zum immer schmaler werdenden Grat. Bei der Wegteilung links noch ein Stück weiter und auf einer guten Wegtrasse durch die Ostseite des Pizzocchetto, 1984 m zu einer steilen Rinne. In dieser links empor zu einer Scharte. Von hier in vielen kurzen Kehren den steilen Südostgrat zum Vorgipfel hinauf und westlich hinüber zum Hauptgipfel des Monte Pizzocco auf 2186 m. Grandioses Panorama vom Mittelmeer bis weit in die nördlichen Dolomiten. Fernglas bei guter Sicht ein muss!
Abstieg wie Aufstieg.


Aktuell geschrieben und veröffentlicht am:  17.Mai 2023  -  Camillo Pötzsch

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