Camillo Pötzsch - Scout - Autor  + Tourenführung

So weit die Füße tragen, lebe ich ...

Das Val Dogna

Pfade und Gipfeltouren im Val Dogna


Eine landschaftliche Übersicht

Zwischen der Ortschaft Dogna an der Fiume Fella im Westen und 18 Km in Richtung Osten bis zur Sella di Sompdogna liegt das alpine Hochtal Val Dogna. Begleitet wird das Tal vom Torrente Dogna. Beeindruckend ist hier die Nordwest Seite und die Nordwand des Jof di Montasio, der Montasch Gipfel, zweithöchster Berg der Julischen Alpen mit 2753 m Höhe. Westlich des Montasch steht fast genauso eindrucksvoll der Monte Cimone mit 2379 m. Beide Berggipfel lassen sich von der Südseite aus auf gut markierten Steigen unschwierig erreichen. Aus dem Val Dogna heraus nur über gut gesicherte Klettersteige, in Italien Ferrata.

Zwei interessante Höhenwege bieten landschaftlich herrliche Bergtouren im Val Dogna an. An der Nordseite der ehemals genannte Zifferweg, ein im 1.Weltkrieg entstandener Bergpfad, heute als Sentiero Bataillone Gemona bezeichneter Steig. Dieser führt ab Dogna über viele Gipfel und durch enge Scharten, teilweise recht ausgesetzt und abschüssig über brüchige Grate zur Sella di Sompdogna hinauf. Drei Tourentage solltet Ihr dafür schon einplanen und zwei Selbstversorger Hütten liegen am Pfad. Das 1970 m hoch stehende Ricovero Bernardinis und das Bataillone Alpini Gemona auf 1890 m. Idealer Weise habt Ihr ein Fahrrad dabei um mit dem PKW zur Sella di Sompdogna hoch zu fahren, anschließend mit dem Rad retour und in Dogna abzustellen. Der Start am Bergpfad CAI 602 ist ausgeschildert und die ganze Route ist ordentlich farblich markiert. Unbedingt genug Trinkwasser, 3 Liter mitnehmen, und immer an jeder der recht seltenen Quellen auffüllen.

Der zweite bezeichnete Höhenpfad ist eine Via Alta und führt ab Dogna erst in Richtung Süden um die grandiose Bergkette herum und endet an der Pecol Alm auf der Südseite des Montasch. Es ist ein teilweise bereits verwachsener Saumpfad des 1.Weltkrieges, welcher oftmals sehr schmal daher kommt. Viele Scharten und fast endlose Schluchten werden gequert. Dazu wildes Gestrüpp, Trockenheit und verblasste Farbklekse vermittelt dieser sehr romantischer, malerischer Pfad herrliche Ausblicke und führt Euch letztlich an die Südseite des Monte Cimone auf die Pecol Alm zum Rifugio Giacomo di Brazza Hütte auf 1660 m Höhe. Ab Dogna benötigt Ihr zwei Tage und nur mit einem Leichttrekkingzelt zum Übernachten machbar. Ohne auch möglich, etwa 14 Stunden, und dadurch eine Hammertour.


Natürlich lassen sich beide Höhenwege verbinden, dazu noch die Gipfeltouren zum Jof Fuart, Wischberg, Jof di Montasio, Montasch und dem Monte Cimone. So bekommt Ihr eine herrliche und grandiose Touren Woche zu Stande durch die westlichen, italienischen Julischen Alpen. Beste Monate dafür sind der Juli und der September. Auch diese eine Woche umfassende Tour kann bei mir angefragt und gebucht werden. Leider nichts für Kinder und Jugendliche. Eine Klettersteig Ausrüstung ist allerdings Pflicht.

Eine reizvolle Tagestour betrifft  Pfade zum Wasser  am Torrente Dogna entlang. Sieben nordseitige Zuflüsse mit ihren Schluchten werden auf einem herrlichen Pfad erwandert, dazu Wasserfälle, Sturzbäche und kühlende Badegumpen. Der bezeichnete Pfad, CAI 651, kann aber auch als Rückweg des Zifferweges ab der Sella Sompdogna benützt werden und benötigt etwa 8 Stunden bis hinunter nach Dogna. Ab Ende Juni bis weit in den Spätherbst hinein ist diese Kombination begehbar. Die 2 bewirtete Berghütten, Rifugio Grego und die Agritur Malga Dogna waren in den drei Corona Jahren geschlossen. Das Bivacco CAI Cividale an der Nordseite des Monte Cimone konnten nur Mitglieder des CAI dank eines Schlüssels benützen. Bestimmt eine sinnvolle Aktion gegen das Corona Virus - Sarkasmus Ende!  Für mich aber alles wie immer problemlos und auch OK, hatte ich doch immer mein kleines Zelt dabei und ohne die Mitschnarcher schläft es sich so wie so viel besser. Das ganze Corona Theater hatte nämlich auch was Gute, wurde doch das freie Zelten in den Bergen für eine Nacht von den Behörden toleriert.

Aktuell veröffentlicht am 19.Mai 2024 - Camillo Pötzsch
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