Camillo Pötzsch - Scout - Autor  + Tourenführung

So weit die Füße tragen, lebe ich ...

Training - Sport - Fitness - Gesundheit 

Wieviel Training und Sport ist gesund ?


Zuerst mal die Frage, wie sportlich fit sollte ich für die Touren dieser Webseite sein? Fast alle Bergtouren in den Friaulaner Dolomiten und Bergen benötigen 5 Stunden und teilweise auch deutlich mehr an Gehzeiten. Dazu kommen schnell mal 1000 Hm. dazu und an Wegstrecke des Öfteren auch 20 Kilometer. Der Rucksack kann schnell die 8 Kg erreichen und bei Mehrtages Touren beträgt das Gewicht, wenn dazu ein Zelt und Biwak Ausrüstung dazu kommen, auch mal 23 Kg. Fazit: Ohne geeignetes Training und sportliche Vorbereitung wird es anstrengend, der Spaß kommt wohl zu kurz und bei Widrigkeiten kann es auch mal gefährlich werden.

Was ist zu tun?  Das einfachste Trainingsmittel ist das Laufen. Laufschuhe an ziehen, raus aus der Wohnung und ab auf die Strecke. Zwischen 5 und 20 Km, ob Straße, Wege im Wald über Stock und Stein, ist egal. Ein paar Hügel hoch und runter und schon passt es. Dies dann jeden zweiten Tag und nach 3 Monaten spürt Ihr deutliche Fortschritte.

Denke daran: nicht die Strecke zerlegt Dich, sondern das Tempo! Beginne das Laufen immer betont gemütlich, ein paar Dehnübungen dazwischen einplanen und laufe nur so schnell, dass Du dein Streckenziel erreichen kannst.

Ein Klassiker schlechthin ist das Fahrrad, Mountainbike, Crossbike oder ein Rennrad. Hier gilt die alte Weisheit, drei mal soviel Zeit investieren, wie beim Laufen. Außer Ihr habe die Möglichkeit in der Nähe, bergische Strecken, wie einen Pass, hoch zu Radeln. Sehr wichtig beim Radfahren ist die passende Größe des Rades und eine perfekte Sitz Position. Wer ohne E-Motor Hilfe unterwegs sein möchte, meine persönliche Empfehlung, sollte Wert darauf legen, passende Ritzel auch für steilere Auffahrten hinten am Hinterrad zu haben und genug Auswahl an Gängen. Noch etwas dazu:  lieber mehr Kurbeln, als zu dicke Gänge zu treten. Das Kniegelenk wird es Euch danken.

Im Winter auf die Langlaufski oder wenn auch möglich, Skitouren oder Schnee Schuhtouren. Trotz aller Erderwärmungen gibt es immer noch genug Möglichkeiten zum Wintersport. Die Ausrüstung dazu ist noch bezahlbar und Loipen gibt es bei ausreichender Schneelage meist überall. Ab 8 Km und mehr sollten es schon sein. Bei winterlichen Traumwetter und einer super Spur können es auch schon mal 30 Km werden.

Wer es einmal richtig wissen will, im Schwarzwald gibt es im Februar den Rucksacklauf über 100 Km und über alle Berge. Von Schonach nach Hinterzarten, zum Feldberg hoch und hinüber zum Belchen nach Multen hinunter, dies Alles an einem Tag !  Danach hat alles seinen Schrecken bei Dir verloren. Dich zerlegt nichts mehr. Wer es sich leisten kann, der reist nach Mora zum Vasalauf und läuft mit über 16.000 Mitläufer Anfang März in Schweden seinen persönlichen Highlight.

Im Winter noch so ein Favorit von mir ist das Schneeschuh Laufen. Für 180 € gibt es eine gute Qualität und der Aufwand zum Training ist überschaubar. Trekkingstiefel anziehen, Stöcke und Schneeschuhe mit nehmen und ab in die Natur. Ab 2 Stunden bringt es was, besser aber gleich 3-4 Std. durch eine herrlich verschneite Landschaft marschieren. Für Spezialisten: Im Alpenraum gibt es Wettkämpfe mit Schneeschuhen, ein Beispiel wäre hier auf der Seiser Alm in Südtirol.

Das Nordic-Walking ist nicht so ganz meine Sache. Auf asphaltierten Wege mit den Stöcken herum wandern, nein Danke. Wenn schon, dann weg von der Straße und den breiten Wegen und lieber Querfeldein und Berg rauf und runter. Auch hier gilt, ein 3-facher Zeitaufwand als wie beim Dauerlaufen.

Inlinern, Nordic Blading und das klassische Skiroller Training kann schon viel Spaß bringen. Wenn Ihr das passende Revier habt, kann ich es nur empfehlen. Etwa den doppelten Zeitaufwand, als beim Dauerlaufen. Der Hit: eine Bergstraße von unten nach oben brettern und sich danach oben abholen zu lassen, am Besten mit dem öffentlichen Busverkehr.

Ein weiteres Trainingsmittel wäre das Aquajogging. Die echte Regeneration für Eure Füße, den Beinen und dem Rücken - nur zum Empfehlen. Mit einer so genannten Wetweste oder einem Schwimmgürtel schwerelos im warmen Wasser laufen, keinen Boden Kontakt, mal im Wanderschritt, mal mit Knieheben und auch mal im Radfahrmodus. Die Trainingszeit ist identisch mit dem Dauerlauf im Freien.

Wer es mag, geht in ein Fitness Studio. Hier solltet Ihr aber nicht nur ein Krafttraining absolvieren, sondern den Wert auf Eure Ausdauer legen. Viele Muckis erhöhen das Gewicht, welche dann wieder auf die Berge getragen werden muss.

Kletterhalle und Übungsfelsen sind immer gut für die Allgemeinfitness und der Beweglichkeit. Aber Achtung: ohne eine Ausdauer und den Erfahrungen beim Klettern im naturbelassenem Gestein kommt Ihr auf keinen großen Gipfel in den Friaulaner Dolomiten. Dazu oft auch nicht einfach zu finden, die Kletterroute.

Heute zu Tage benützen sehr viele eine Fitnessuhr. Hier wird exakt euer Training aufgezeichnet und Ihr könnt dann zu Hause auf dem Computer eine Vielzahl von Daten heraus lesen. Kann nützlich sein, aber ich persönlich halte nicht viel davon. Ich bin mehr für das persönliche Erleben von Belastung, Erholung und dem Gefühl, mit meinem Training etwas Gutes für meinen Körper getan zu haben. Für einen sportlich Unbedarften ist es am Anfang sicher nützlich, besonders wenn Ihr keinen Trainer habt. Später solltet Ihr euch aber von dieser Art der Überwachung los lösen. Lernt die Sprache des Körper und seine Zeichen an Euch kennen.

Ich vergleiche die Fitness Uhren mit den GPS Geräten. Können sehr nützlich sein, aber sie machen einen unselbstständig und verblöden unsere Instinkte. Von der Abhängigkeit und der allgemeinen Überwachung will ich erst gar nicht hier schreiben. Interessant ist bei den all den Fitnessuhren Gläubigen, ohne diese Geräte waren die Sporttreibenden der 1970 und 1980-er Jahren bedeutend besser. Vergleiche von Volkslauf Veranstaltungen und Ergebnislisten von großen Marathon zeigen dies sehr ein deutlich. Damals gab es, auch im Breitensport, noch den persönlichen Trainer, welcher mit seinen Erfahrungen uns jungen Sportler weiter gebracht hat.

23.Februar 2023